Verläufe exzessiver Internetnutzung in Familien (VEIF) Trajectories of Excessive Internet Use in Families (VEIF)

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Die exzessive Internetnutzung von Jugendlichen gewinnt zunehmend an Bedeutung in Wissenschaft und Gesellschaft. Internationale Studien weisen auf einen Zusammenhang mit familialen Einflussfaktoren hin, doch fehlen bisher längsschnittliche Untersuchungen, die diese Zusammenhänge detailliert beschreiben. Die vorliegende VEIF-Studie setzt genau hier an und untersucht über einen Zeitraum von neun Jahren den Verlauf exzessiver Internetnutzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter besonderer Berücksichtigung der familiären Rahmenbedingungen. Ziel der Studie ist es, grundlegende Erkenntnisse über das Alter und die Gründe für den Beginn exzessiver Internetnutzung, deren mögliche Abnahme sowie den Einfluss der Familie auf den individuellen Entwicklungsverlauf zu gewinnen. Hierzu werden jährlich seit 2016 quantitative Daten von Familiendyaden – bestehend aus einem Jugendlichen und einem Erziehungsberechtigten – erhoben. Zu Beginn der Studie im Jahr 2016 wurden 1.095 Familiendyaden befragt. Neben der subjektiven Wahrnehmung der Problematik kommen etablierte Instrumente der Suchtforschung zum Einsatz. Um spezifische Problemverläufe differenziert abbilden zu können, wurde eine Testgruppe mit erhöhtem Risiko für exzessive Internetnutzung mittels Oversampling rekrutiert, ergänzt durch eine Kontrollgruppe ohne wahrgenommene Problematik. Die vorliegende Auswertung umfasst die Daten der ersten drei Erhebungswellen. Erste Ergebnisse zeigen, dass belastete Familienverhältnisse sowie unzureichende medienerzieherische Maßnahmen mit exzessiver Internetnutzung assoziiert sind. Besonders betroffen sind Familien aus sozial schwächeren Schichten und Ein-Eltern-Haushalte. Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung einer frühzeitigen und gezielten medienerzieherischen Begleitung zur Prävention problematischer Nutzungsverläufe. Insgesamt liefert die VEIF-Studie wichtige empirische Grundlagen, die zur Entwicklung von Präventions-, Diagnose- und Interventionsmaßnahmen im gesellschaftlichen und familiären Kontext beitragen können.

Excessive internet use by young people is becoming increasingly important in science and society. International studies point to a connection with familial influencing factors, but to date there has been a lack of longitudinal studies that describe these connections in detail. This is precisely where the VEIF study comes in, analysing the course of excessive Internet use among adolescents and young adults over a period of nine years, paying particular attention to family circumstances. The aim of the study is to gain fundamental insights into the age and reasons for the onset of excessive internet use, its possible decline and the influence of the family on the individual´s development. To this end, quantitative data from family dyads - consisting of a child and a parent or guardian - has been collected annually since 2016. At the start of the study in 2016, 1,095 family dyads were surveyed. In addition to the subjective perception of the problem, established addiction research instruments were used. In order to be able to differentiate between specific problem trajectories, a test group with an increased risk of excessive internet use was recruited by means of oversampling, supplemented by a control group with no perceived problem. This analysis comprises the data from the first three waves of the survey. Initial results show that strained family circumstances and inadequate media education measures are associated with excessive internet use. Families from socially disadvantaged backgrounds and single-parent households are particularly affected. The study thus emphasises the importance of early and targeted media education support to prevent problematic usage patterns. Overall, the VEIF study provides an important empirical basis that can contribute to the development of prevention, diagnosis and intervention measures in the social and family context.

Face-to-face interview: CAPI/CAMI

Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren sowie je eine erziehungsberechtigte Person

Auswahlverfahren Kommentar: Stichprobe mit höherer Ausprägung problematischer Mediennutzungsweisen (Oversampling) Zum ersten Erhebungszeitpunkt (2016) wurden 1095 Familiendyaden befragt. Zum zweiten Erhebungszeitpunkt (2017) konnten Daten bei 985 Familien erhoben werden, sowie zum dritten Erhebungszeitpunkt (2018) Daten bei 852 Familiendyaden

Identifier
DOI https://doi.org/10.4232/1.14415
Metadata Access https://api.datacite.org/dois/10.4232/1.14415
Provenance
Creator Kammerl, Rudolf; Wartberg, Lutz
Publisher GESIS
Contributor Berber, Sophia; Potzel, Katrin; GESIS
Publication Year 2025
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OpenAccess true
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Language German
Resource Type Dataset; Numerisch; Text; Art des Datenformats Kommentar: Text als Teil des Datensatzes (Freitextantworten auf offene Fragen)Numeric; Text
Version 1.0.0
Discipline Social Sciences
Spatial Coverage Germany