DE - Dieser Datensatz enthält kommentierte Verweise auf 3831 Artikel aus lokalen Zeitungen der Regionen Orava, Teschen und Oberschlesien aus den Jahren 1918 bis 1923. Er ist im Rahmen des Forschungsprojekts „Aufbruch zu Demokratie und Nationalstaatlichkeit im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechoslowakei nach dem „Großen Krieg“ (1918–1923)“ entstanden, das am Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT) durchgeführt wurde.
ÜBER DAS PROJEKT UND DIE DATENGENERIERUNG
Das Forschungsprojekt untersuchte im Rahmen einer Mehrebenenanalyse (auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene), wie die Prozesse der Demokratisierung und Nationalisierung innerhalb der transnationalen Region, bestehend aus Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei, zwischen 1918 und 1923 miteinander verflochten waren und interagierten, wobei der Großteil der Daten aus den Jahren 1918 bis 1921 stammt. Konkret untersucht das Projekt die lokalen Ebenen in Oberschlesien (Weimarer Republik und Polen), Cieszyn (Polen und Tschechoslowakei) und der Region Orava (Polen und Tschechoslowakei). Nach 1918 wurden diese Regionen zum Gegenstand von Grenzstreitigkeiten und beherbergten ethnisch, religiös und sozial vielfältige Bevölkerungsgruppen. Heterogen waren auch die nach dem Ersten Weltkrieg bestehenden demokratischen Traditionen, die sich zwischen der österreichischen und der ungarischen Hälfte der Habsburgermonarchie stark unterschieden. Um die Prozesse der Nationalisierung und Demokratisierung auf lokaler Ebene zu analysieren, bewerten wir die Aufzeichnungen der lokalen Regierungen dahingehend, inwieweit die Kommunikation mit den zentralen Behörden (z. B. Lageberichte) sowie die Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung (z. B. Proklamationen) Aspekte der Demokratisierung und Nationalisierung thematisierten. Zu Beginn des Projekts stellten die Forscher mit Unterstützung von Studenten eine Datenbank mit 3831 kommentierten Verweisen auf Artikel aus 19 lokalen Zeitungen zusammen. Sie haben diese diese mit elf Stichwörtern, Personen und Orten verschlagwortet.
URSPRÜNGLICHE VERWENDUNG DER DATEN
Die Daten wurden ursprünglich als Sammlung für weitere qualitative Forschungen zu bestimmten Themen verwendet. Sie wurden in einer internen Datenbank organisiert, die einfache Abfragen ermöglichte. Da die Datenbank nicht für die Veröffentlichung vorgesehen war, wurde keine weitere Normalisierung vorgenommen.
WEITERE DATENKURATION UND ONLINE-VERÖFFENTLICHUNG
Im Jahr 2025 wurden die Daten manuell normalisiert. Dabei wurden Daten mit redundanten Schlüsselwörtern sowie einerseits Orte und andererseits Personen, die unter verschiedenen Namen auftraten, zusammengeführt. Wo immer möglich, wurden Personen und Orte sowie die Titel der Zeitungen mit Wikidata verknüpft. Diese Arbeit wurde von einem Praktikanten durchgeführt. Um die Arbeit zu erleichtern, wurden die Daten, die zuvor in einer einzigen Tabelle gespeichert waren, in separate Tabellen mit Entitäten und zusätzlichen Verknüpfungstabellen umstrukturiert. Nach der Verarbeitung wurden sie im Dezember 2025 über eine interaktive Schnittstelle auf der HAIT-Website öffentlich zugänglich gemacht.
EINSCHRÄNKUNGEN UND BEKANNTE PROBLEME
Da die Daten in einer sehr frühen Phase eines Forschungsprojekts erhoben wurden, können Fehler in Bezug auf die Schlüsselwörter und noch Redundanzen im Personenindex enthalten sein. Weitere Fehler können in falschen Verweisen auf bestimmte Personen und Orte bestehen.
MÖGLICHE WIEDERVERWENDUNG
Die Daten könnten als Ausgangspunkt für weitere qualitative Untersuchungen zu öffentlichen Diskursen über nationale Identität und Demokratie außerhalb der Großstädte dienen. Quantitative Untersuchungen sind jedoch nicht ratsam, da die Daten im Rahmen einer spezifischen Forschungsfrage erhoben wurden und daher nur eine Stichprobe darstellen.
EN - This dataset contains the references to 3831 articles in local newspaper of the regions of Orava, Teschen and Upper Silesia between 1918 and 1923. It was part of the research project “Aufbruch zu Demokratie und Nationalstaatlichkeit im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechoslowakei nach dem „Großen Krieg“ (1918–1923)” (Setting out for democracy and nationhood in the border triangle of Germany, Poland and Czechoslovakia after the Great War (1918-1923)) at the Hannah Arendt Institute for Totalitarianism Studies (HAIT).
ABOUT THE PROJECT AND THE GENERATION OF THE DATA
The research project examined as part of a multi-level analysis (on the local, national and trans-national levels) how the processes of democratisation and nationalisation interwined and interacted with one another within the trans-national region comprising Germany, Poland and Czechoslovakia between 1918 and 1923, thereby the majority dates to 1918 to 1921. Specifically, the project examines the local levels in Upper Silesia (Weimar Republic and Poland), Cieszyn (Poland and Czechoslovakia) and the Orava region (Poland and Czechoslovakia). After 1918 these regions became the subject of border disputes and contained ethnically, religiously and socially diverse populations. Also heterogeneous were the democratic traditions in existence after the First World War, which themselves greatly differed between the Austrian and Hungarian halves of the Habsburg monarchy. To analyse processes of nationalisation and democratisation at the local level, we assess the records of the local governments as to the extent to which communications with the central authorities (such as situation reports) as well as communications directed at the local populations (such as proclamations) broached aspects of democratisation and nationalisation. In the beginning of the project the researchers supported by students brought a database with 3831 references to articles from 19 local newspapers together. They tagged them about 11 keywords, persons and locations.
INITIALLY INTENDED USE OF THE DATA
The data was initially used as a collection for further qualitative research on specific topics. It was organized in an internal database that allowed straightforward queries. No further normalization was carried out, as the database was not intended for publication.
FURTHER DATA CURATION AND ONLINE-PUBLICATION
In 2025, the data was normalized manually. This involved merging data with redundant keywords and, on the one hand, locations and, on the other hand, persons who appeared under different names. Wherever possible, individuals and locations, as well as the titles of the newspapers, were referenced to Wikidata. An intern carried out this work. To facilitate the work, the data, which had previously been stored in a single spreadsheet, was restructured into separate tables with entities and additional link tables. After processing, it was made publicly available in December 2025 via an interactive interface on the HAIT website.
LIMITATIONS AND KNOWN ISSUES
As the data served as collection at an very early stage of a research project, there might be errors in regard of the keywords and still redundancies in the index of persons. Further errors may consist of incorrect references to some persons and places.
POSSIBLE RE-USE
The data could be a starting point for further qualitative research into the public discourses on national identity and democracy beyond the major cities. Quantitative research is however not advisible, as the data was collected along a specific research question and gives therefore just a sample.
DE - ZUGEHÖRIGE PUBLIKATION: Steffen Kailitz, Sebastian Ramisch-Paul, Matthäus Wehowski (2024). Demokratisierung an den Grenzen der Nation. Parlamente, Räte, Volksabstimmungen. Das Dreiländereck Deutschland-Polen-Teschochoslowakei. Studien zur Ostmitteleuropaforschung 62 (Herder Vlg. Marburg).
EN - RELATED PUBLICATION: Steffen Kailitz, Sebastian Ramisch-Paul, Matthäus Wehowski (2024). Demokratisierung an den Grenzen der Nation. Parlamente, Räte, Volksabstimmungen. Das Dreiländereck Deutschland-Polen-Teschochoslowakei. Studien zur Ostmitteleuropaforschung 62 (Herder Vlg. Marburg).
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https://hait.tu-dresden.de/ext/forschung/forschungsprojekt-1125/