Im Jahr 2022 wurde in Deutschland erneut ein Zensus durchgeführt. Der letzte Zensus fand im Jahr 2011 statt. Mit dem Zensus 2022 nahm Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die nach EU-Verordnung 763/2008 alle zehn Jahre stattfinden sollen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der ursprünglich für 2021 vorgesehene Zensus jedoch in das Jahr 2022 verschoben. Als neuer Stichtag, auf den sich sämtliche Ergebnisse beziehen, wurde der 15. Mai 2022 festgelegt.
Eine klassische Volkszählung bei der die gesamte Bevölkerung befragt wird, wäre mit einem enormen Aufwand und hohen Kosten verbunden. Der Zensus 2011 und 2022 wurde in Deutschland daher registergestützt durchgeführt. Das heißt, bereits vorhandene Daten aus Verwaltungsregistern wurden genutzt und mit Ergebnissen aus ergänzenden Befragungen kombiniert.
Zur Gewinnung von noch nicht vorhandenen Informationen (z. B. zur Bildung oder zur Wohnsituation) sowie zur Sicherung der Qualität der Ergebnisse wurden folgende ergänzende Erhebungen durchgeführt:
• die Gebäude- und Wohnungszählung,
• die Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis,
• die Befragung an Anschriften mit Sonderbereichen (Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte)
• die Wiederholungsbefragung.
Um Informationen über Haushaltszusammenhänge zu erhalten, wurden die Daten der unterschiedlichen Quellen zusammengeführt. Da die Haushaltszusammenhänge nicht vollständig in den Registern enthalten sind, wurden diese über das statistische Verfahren der Haushaltegenerierung automatisiert gebildet. Dabei wurden anschriftenweise Personen zu Haushalten zusammengefasst und den erfassten Wohnungen zugeordnet (Wohnhaushalte). Dadurch stehen neben den Informationen zu Personen, Gebäuden und Wohnungen auch Angaben über Haushalte und Familien zur Verfügung.