Der Forschungsverbund MOTRA (Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung) ist ein bundesweites Spitzenforschungscluster, in dem sich neun Institutionen aus ganz Deutschland in einem interdisziplinären und multimethodalen Ansatz der Analyse von Radikalisierungsprozessen und der Verbreitung politischer Extremismen verschiedener Formen in Deutschland widmen. Ziel des Verbundes ist es, Dynamiken und Einflussfaktoren zu erfassen, die zu politischer Radikalisierung auf Einstellungs-, Verhaltens- und Diskursebene beitragen, und diese Erkenntnisse für Wissenschaft, Politik und Praxis nutzbar zu machen. Seit März 2025 befindet sich MOTRA in einer zweiten Förderphase.
Das Institut für Kriminologie an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg (UHH) ist innerhalb des MOTRA-Verbundes in dieser zweiten Förderphase für die Durchführung von zwei regelmäßig wiederkehrenden Bevölkerungsbefragungen verantwortlich. Diese bilden die empirische Grundlage für die kontinuierliche Beobachtung politischer Einstellungen und deren Entwicklungen in Deutschland. Dazu gehört die Studie „Menschen in Deutschland“ (MiD; vgl. Brettfeld et al. 2021a; Brettfeld et al. 2026) sowie die hier im Mittelpunkt stehende Studie „Menschen in Deutschland: International“ (MiDInt), die durch das Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) in Kooperation mit der UHH gestaltet wird.
Seit Beginn der MiDInt-Studie konnten, einschließlich der vorliegend beschriebenen Erhebung, bislang 18 Erhebungswellen im Abstand von jeweils ein bis drei Monaten realisiert werden. Die erste Welle fand im November 2022 statt. Im Jahr 2023 wurden sechs Befragungen (Februar, April/Mai, Juli/August, Oktober, November und Dezember) durchgeführt. Im Jahr 2024 folgten weitere sechs Erhebungen in den Monaten März, April, Juni, August, Oktober und Dezember. Für das Jahr 2025 liegen Datensätze aus den Monaten Januar, April und Juli sowie Daten aus zwei Erhebungswellen im Dezember vor. Dieser in MiDInt praktizierte engmaschige Befragungsrhythmus ermöglicht es, neu auftretende internationale Ereignisse oder kurzfristige Entwicklungen bestehender Konflikte zeitnah aufzugreifen. Auf diese Weise liefert MiDInt kontinuierlich empirische Erkenntnisse darüber, wie globale Geschehnisse auf Meinungen, Wahrnehmungen und politische Einstellungen der Menschen in Deutschland einwirken.
Der vorliegende Forschungsbericht dokumentiert die 18. Welle von MiDInt und beschreibt das Erhebungsdesign, die erreichte Stichprobe sowie die erhobenen Konstrukte und die zugehörigen Messinstrumente. Im Anhang finden sich zudem der verwendete Fragebogen im Original-Wortlaut sowie das Codebuch zum Datensatz, dem die Bezeichnungen der Variablen, deren Inhalt und Codierung entnommen werden können.
Zitiervorschlag:
Kleinschnittger, J., Endtricht, R., Brettfeld, K., Farren, D., Richter, T. & Wetzels, P. (2026). Menschen in Deutschland: International (MiDInt). Untersuchungsdesign, Stichprobe, Erhebungsinstrument und Codebuch zu Welle 18 (Dezember 2025). MOTRA Forschungsbericht No. 23 aus dem Institut für Kriminologie an der Fakultät für Rechtswissenschaft.
Hamburg: Universität Hamburg. https://doi.org/10.25592/uhhfdm.18578