Healthcare-Seeking in Germany (HEALSEE)

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Die von DFG finanzierte Studie HEALSEE „Healthcare-seeking in Germany“ (2012-2015) ist eine bundesweit repräsentative Erhebung zum Krankheitsverhalten und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen von älteren Menschen in Deutschland. Die Stichprobe umfasst 3.000 Personen zwischen 40 und 75 Jahren, die zwischen April und August 2015 per Telefon interviewt wurden. Der zentrale Fokus liegt dabei auf dem Umgang mit Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Schlafstörungen. Neben vertiefenden Fragen zu den spezifischen Symptomen (u.a. Beginn der Beschwerden, Dauer, Intensität der Beschwerden, Einschränkungen im Alltag) wird ausführlich der Umgang mit diesen Symptomen erhoben (z.B. Inanspruchnahme Hausarzt/Hausärztin, Facharzt/Fachärztin, Psychologe/Psychologin, Heilpraktiker/Heilpraktikerin, Medikamente, Lebensstiländerungen, Hausmittel). Des Weiteren werden Gesundheitseinstellungen (u.a. Interpretation der Symptome, Einstellungen zu Gesundheit und Krankheit, Einstellungen zu unterschiedlichen Anbietern) sowie der allgemeine Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten (Rauchen, Bewegung, Sport) sowie Gesundheitskompetenzen erfasst. Der Fragebogen beinhaltet außerdem ein Modul zur Rolle von sozialen Netzwerken im Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden (mit wem haben die Betroffenen über ihre Symptome gesprochen und welche Ratschläge haben sie erhalten). Falls vorhanden, wurden auch die im selben Haushalt lebenden Partner bzw. Partnerinnen der Zielpersonen interviewt, was eine weitere Möglichkeit für die Analyse von Netzwerkeinflüssen eröffnet. Neben den Kernmodulen werden zahlreiche Aspekte aus anderen Lebensbereichen und umfangreiche soziodemographische Informationen erfasst. Der Kernfragebogen enthält u.a. Angaben zur Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen sowie Angaben zu Partnerschaft, Haushaltszusammensetzung, Wohnort, Bildung, Einkommen und Erwerbstätigkeit. Eine Besonderheit der Studie ist die Ergänzung der retrospektiven telefonischen Befragung um eine prospektive Erhebung des Krankheitsverhaltens. Für diesen Teil der Studie nahmen die Befragten im Anschluss an das Telefoninterview an einer 12-wöchigen paper-pencil Panel-Befragung teil (2-wöchiges Gesundheitstagebuch), die Veränderungen der allgemeinen Gesundheit, der drei Symptome sowie des Krankheitsverhaltens erfasst. Die Daten dieser Tagebuchstudie sind ebenfalls im Scientific-Use-File enthalten.

Themen: A) Hauptbefragung:

  1. Zufriedenheit: Lebenszufriedenheit; Zufriedenheit mit ausgewählten Lebensbereichen (Familie, Finanzen, Arbeit).

  2. Gesundheit: Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands; chronische Krankheiten; Befinden letzten 4 Wochen (gehetzt, niedergeschlagen, ausgeglichen, energiereich, Einschränkung körperlich, Einschränkung seelisch); Häufigkeit Einschränkungen letzten 4 Wochen; Größe; Gewicht.

  3. Screening Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, Schlafprobleme letzte 3 Monate: Häufigkeit der vorgenannten Beschwerden in den letzten 3 Monaten.

  4. Schlaf: Beurteilung der Schlafqualität in den letzten 4 Wochen; werktags zu Bett gehen (übliche Uhrzeit: Stunde, Minute); werktags aufstehen (übliche Uhrzeit: Stunde, Minute); Schlafdauer (Stunde, Minute).

  5. Symptome – Verdauungsbeschwerden: Verdauungsbeschwerden seit wann (Jahre, Monate, Wochen, Tage); Beeinträchtigung des Alltags (gesamter Zeitraum, letzten 4 Wochen); Ursache Verdauungsbeschwerden (körperliche Belastung, seelische Belastung, Lebensstil, Älterwerden, körperliche Krankheit, andere Ursache); Ausprägung Verdauungsbeschwerden letzten 4 Wochen (Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Bauch- oder Magenschmerzen); Blut im Stuhl; Verdauungsbeschwerden Schmerzen letzten 4 Wochen (gering/groß); Veränderung Verdauungsbeschwerden letzten 4 Wochen (stärker/schwächer).

  6. Symptome – Rückenschmerzen: Rückenschmerzen seit wann (Jahre, Monate, Wochen, Tage); Beeinträchtigung des Alltags (gesamter Zeitraum, letzten 4 Wochen); Ursache Rückenschmerzen (körperliche Belastung, seelische Belastung, Lebensstil, Älterwerden, körperliche Krankheit, Unfall, andere Ursache); Rückenschmerzen Häufigkeit letzten 4 Wochen; Rückenschmerzen letzten 4 Wochen (gering/groß); Veränderung Rückenschmerzen letzten 4 Wochen (besser/schlechter).

  7. Symptome – Schlafstörungen: Schlafstörungen seit wann (Jahre, Monate, Wochen, Tage); Beeinträchtigung des Alltags (gesamter Zeitraum, letzten 4 Wochen); Ursache Schlafstörungen (körperliche Belastung, seelische Belastung, Lebensstil, Älterwerden, körperliche Krankheit, Schichtarbeit, andere Ursache); Ausprägung Schlafprobleme letzten 4 Wochen (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, übermäßiges Schlafbedürfnis); Veränderung Schlafprobleme letzten 4 Wochen (stärker/schwächer).

  8. Einstellung Allgemein und Deliberation: Deliberation, BFI Zurückhaltung, BFI Geselligkeit; Gesundheitsinteresse Wichtigkeit (Gesundheit ist das allerwichtigste im Leben); Angst vor Tod; Angst vor schlimmer Erkrankung; Angst vor Unwissen bei schlimmer Erkrankung; Angst vor Unwissen (will Ursachen wissen); Medikamente schaden; Selbstheilung; Schmerzen in den Griff kriegen; Beschwerden aufgrund Schicksal; Verschwinden der Beschwerden abhängig vom Glück.

  9. Einstellungen zu Anbietern (ohne Symptom): Vorliebe Hausarzt; Vorliebe Facharzt; Vorliebe Psychotherapeut; Vorliebe Heilpraktiker; Wichtigkeit alternative Heilverfahren.

  10. Einstellungen zum Symptom: Teil des Lebens; Timeline: eher chronisch als kurzzeitig, bis zum Lebensende; Einfluss auf Beschwerden durch persönliche Kontrolle; persönliche Macht Symptome zu beeinflussen; Kohärenz Rätsel; emotionale Repräsentation beunruhigt; emotionale Repräsentation ängstigt.

  11. Einstellungen zu Anbietern (mit Symptom): Beurteilung der Kompetenz von Hausarzt, Facharzt, Psychologe und Heilpraktiker.

  12. Health Literacy: Bitte um Hilfe beim Lesen von Unterlagen des Krankenhauses oder Arztes, Schwierigkeiten bei der Informationssuche weil schwer verständlich, Schwierigkeiten beim Verständnis von Erklärungen von Arzt, Arzthelferin usw., Sicherheit beim Ausfüllen von Formularen.

  13. Gesundheitsverhalten: Rauchen (zurzeit, jemals, insgesamt Rauchen (Jahre)); Bewegung (Sport (Stunden pro Woche), moderate Aktivität (Tage/Woche), Entspannung positiv/negativ, Entspannung (Tage/Woche)).

  14. Inanspruchnahme: Anzahl der Hausarztbesuche Anzahl (12 Monate; 4 Wochen); Anzahl der Facharztbesuche (12 Monate; 4 Wochen); Psychotherapeut (selbst jemals; jemand aus dem Umfeld); Heilpraktiker (selbst jemals); Erwägung einen Heilpraktiker aufzusuchen; Gründe warum Heilpraktiker nicht in Erwägung gezogen wurde (Unwissenheit, kein Heilpraktiker in der Nähe, Zweifel an Kompetenz, Behandlung zu teuer, keine Notwendigkeit, Sonstiges); Homöopathie jemals; Akupunktur jemals.

  15. Krankheitsverhalten – jemals: Wegen Beschwerden jemals aufgesucht oder gesprochen (Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus, Psychologe, Heilpraktiker); Facharzt (Orthopäde, Röntgenarzt, Radiologe, Chirurg, Neurochirurg, Facharzt für Inneres, Internist, Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen, Gastroenterologe, Proktologe, Herzspezialist, Kardiologe, Facharzt für Lungenheilkunde, Pneumologe, Schlafmediziner, Schlaflabor, Schmerztherapeut, Neurologe, Nervenarzt, Psychiater, Ärztlicher Psychotherapeut, Frauenarzt, Gynäkologe, Urologe, Hautarzt, Dermatologe, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Allgemeinmediziner, Praktischer Arzt, Hausarzt); jemals Medikamente (homöopathisch, pflanzlich, schulmedizinisch); jemals Hausmittel; jemals Lebensstiländerung; jemals Internetrecherche; jemals Gespräch über Beschwerden mit Menschen im sozialen Umfeld (Anzahl).

  16. Krankheitsverhalten - 4 Wochen: Gesprächspartner für Gespräche über Beschwerden (Partner, Familienmitglied, Freund; andere Person); Gespräch Fachleute (Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus, Psychologe, Heilpraktiker); Privates Umfeld (Geschlecht, Beziehung, Krankheitswissen, Ratschlag); Ratschlag (Abwarten, Hausarzt aufsuchen, Facharzt aufsuchen, Arzneimittel, Medikament, Hausmittel, Lebensstiländerung, Anderes), Umgang mit Beschwerden (Coping Verdrängen, Coping positiv besetzen, Coping Akzeptanz, Coping keine Gedanken); Beitrag zur Linderung (Einnahme Medikament, Anwendung Hausmittel, anderes Verhalten); Verhaltensänderung (Bewegung, Entspannung, Ernährung); Bewegungseinschränkung durch Beschwerden (verhindern Sport, keinen Einfluss, werden durch Sport besser).

  17. Netzwerk allgemein: Anzahl vertrauter Menschen; Anzahl der Unterstützungspersonen für praktische Hilfe bzw. emotionale Unterstützung; Häufigkeit von Spannungen und Konflikten im privaten Umfeld.

  18. Netzwerk gesundheitsbezogen: Unterstützung (Arztempfehlung, Ratschläge, Waschen und Pflegen, Haushalt); Umfeld (macht schlechtes Gewissen, gibt unangenehme Tipps); im Bekanntenkreis (Arzt, Psychologe); Ausmaß Kümmern der ZP um Gesundheit des Partners; Ausmaß Kümmern des Partners um Gesundheit der ZP.

  19. Institutionen: Krankenversicherung (gesetzlich, privat, ohne); private Zusatzversicherung; Versorgung des Umfelds mit Hausarzt, Orthopäden, Krankenhaus, Apotheke, Krankengymnast, Heilpraktiker: Wegezeit in Minuten; Wartezeit (Wochen) für einen Termin beim Orthopäden; Mobilität (sehr schwierig/sehr einfach) bezüglich Erreichen des Orthopäden.

Demographie: Geschlecht; Alter; Herkunft (Großstadt, Stadt bzw. Kleinstadt, ländliche Gegend bzw. Dorf); Geburt in Deutschland bzw. Geburtsland; Leben vor dem Mauerfall (Ost- oder Westdeutschland); Staatsangehörigkeit; Familienstand; feste Partnerschaft (Zusammenleben, Alter des Partners); Betreuung fremder Kinder bzw. älterer Menschen und Zeitaufwand; Bildung; Erwerbssituation (Vollzeit, Teilzeit, Altersteilzeit, geringfügig erwerbstätig, nicht erwerbstätig); berufliche Stellung (Arbeiter, Angestellter, Beamter, Selbstständig, Freiberuflich); Wochenarbeitszeit (Stunden); Schicht- oder Nachtdienst; nicht erwerbstätig (Rentner/Pensionär/Vorruhestand, arbeitslos, dauerhaft erwerbsunfähig, Hausfrau/Hausmann, in Umschulung, in Mutterschafts-, Erziehungsurlaub, Elternzeit oder sonstiger Beurlaubung, in beruflicher Ausbildung, Lehre oder Schüler bzw. Student, Sonstiges); frühere Erwerbstätigkeit (Vollzeit, Teilzeit, Stellung); Personen im Haushalt (Anzahl gesamt, älter als 18 Jahre, zwischen 40 und 75 Jahre, jünger als 3 Jahre, Personen, die zum Einkommen beitragen); Haushaltseinkommen (kategorisiert); Individualeinkommen (kategorisiert).

Zusätzlich verkodet wurde: Panelbereitschaft; Anzahl der Festnetztelefonnummern und der Mobilfunknummern; Tranchenzähler; Ausscreenen von Symptomfreien; Festnetz- oder Mobilfunkstichprobe; Zugehörigkeit der ZP zur Grundgesamtheit; Zielperson hat geeigneten Partner; Eignung des Partners; Interviewdatum; Interviewdauer in Minuten; Gewichtungsfaktoren; Bookletvariante; Versandtranche; Final Outcome PAPI, Booklet gültig ausgefüllt.

Interviewerfeststellung: Frageverständnis der Zielperson; Zuverlässigkeit der Angaben; weitere Anmerkungen.

B) Folgebefragungen:

  1. Allgemeiner Gesundheitszustand seit dem Interview; Beeinträchtigung im Alltag durch gesundheitliche Beschwerden; Häufigkeit ausgewählter gesundheitlicher Beschwerden; Veränderung der Symptome; Gesprächshäufigkeit mit Hausarzt und Facharzt bzw. gar nicht mit Hausarzt und Facharzt gesprochen; Anzahl der Arztkonsultationen (Hausarzt und Facharzt); Besonderheit bei Symptom (offen); Gespräche im privaten Umfeld über eigene Gesundheit und Gesprächspartner; nicht über Gesundheit gesprochen; Anwendung von Hausmitteln zur Linderung von Beschwerden; offene Nennung von bis zu drei angewandten Hausmitteln; Zeitaufwand für Sport (in Stunden); Anzahl der Tage mit entspannenden Tätigkeiten (z.B. Entspannungsübungen); Ereigniss mit Einfluss auf die Gesundheit; etwas gegen Symptom unternommen; Maßnahmen gegen Symptom (Einnahme von Medikamenten, Besuch beim Psychologen bzw. Heilpraktiker, Massage, Sport oder Gymnastik, Entspannung, Ernährungsumstellung, anderes - offen).

Demographie: Geschlecht; Geburtsjahr.

Zusätzlich verkodet wurde: Fragebogen ausgefüllt; Ausfülldatum (Tag, Monat, Jahr); Symptom (Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, ohne Symptome); offene Anmerkungen.

Decision making is a core feature of human life. A common problem that people often encounter over the course of life is what to do in the event of sickness. Since illness has a major influence on people’s lives, studying healthcare-seeking is of vital importance. Moreover, patients’ decisions about healthcare fundamentally determine the performance of the overall healthcare system in terms of a population’s health, the quality of healthcare services, and the level of expenditures. Even though illness behaviour has been an intensively studied research topic over the past five decades, previous work has largely overlooked the embeddedness of these decisions in social and institutional contexts. This project will theoretically, methodologically, and empirically enhance previous research. The project will contribute to the development of an integrative theoretical framework of illness behaviour and provide an important test case for institutional theories and the theory of frame selection. The collected survey data on people over 65 will provide a unique data source about the healthcare needs of older people and the way they manage these needs. It will analyze these people’s decision making when having a medical condition with a particular emphasis on the interpretation of symptoms and the utilization of healthcare, and it will generate information about the extent and variety of self-care strategies. Finally, the project will analyze how social networks and institutional features of the healthcare system influence the decision making of healthcare seeking.

Deutschsprachige Personen im Alter von 40 bis 75 Jahren in Privathaushalten

Die Personen wurden unabhängig von ihrer Nationalität berücksichtigt, d.h. es sind sowohl deutsche als auch nicht-deutsche Personen in der Grundgesamtheit enthalten.

German-speaking persons aged between 40 and 75 years in private households

The persons were considered irrespective of their nationality, that is, both German and non-German persons are included in the universe.

Auswahlverfahren Kommentar: Wahrscheinlichkeitsauswahl: Mehrstufige Zufallsauswahl

Sampling Procedure Comment: Probability Sample: Multistage Sample

Erstbefragung: Telefonisches Interview: CATI (Computerunterstützte telefonische Befragung) Folgebefragungen: Selbstausfüller: Papier

First survey: Telephone interview: CATI (Computer Assisted Telephone Interview)

Follow-up surveys: Self-administered questionnaire: Paper

Identifier
DOI https://doi.org/10.4232/1.12845
Metadata Access https://www.da-ra.de/oaip/oai?verb=GetRecord&metadataPrefix=oai_dc&identifier=oai:oai.da-ra.de:582044
Provenance
Creator Wendt, Claus; Reibling, Nadine; Mischke, Monika; Böhr, Dorothea
Publisher GESIS Data Archive
Contributor infas Institut für angewandte Sozialforschung, Bonn
Publication Year 2017
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Language German
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Discipline Life Sciences; Medicine
Spatial Coverage Germany; 2015-04-15 - 2015-10-17